Die großen christlichen Feste des Kirchenjahres werden an der Algarve nicht viel anders als in Deutschland, Österreich oder der Schweiz gefeiert. Trotzdem, oder gerade deshalb lohnt es sich Weihnachten oder Ostern an der Algarve zu verbringen. In besonders für die Wintermonate geeigneten, weil mit Kamin und Zentralheizung ausgestatteten Algarve Ferienhäuser kann man dem kalten Winter entfliehen und gemütliche Feiertage verbringen. Nicht nur sind die Temperaturen viel angenehmer als in Nordeuropa – an der Algarve sinken sie in Winter und Frühling selten unter 8 Grad und nur in wirklich sehr tief gelegenen Tälern können sie gelegentlich unter den Gefrierpunkt rutschen – auch die Sonne liebt diesen Küstenabschnitt besonders und sorgt so für eine Weihnacht im Beinahe-Frühlings- und für ein Osterfest im Tank-, bzw. Kurze-Hosen -Kleid.
Zum portugiesischen Weihnachtsfest gehört auf jeden Fall der „Bolo Rei“, ein aufgetürmter Hefekuchen, der sich ziemlich trocken um die Zunge legen würde, wäre er nicht mit allerhand knallbuntem (sicherlich nachgefärbtem) Kristallobst versehen. In den entsprechenden Pasteleirias stehen die Portugiesen kurz vor Heilig Abend stundenlang an, um ja nicht ohne nach Hause zu gehen. Bescherung ist am ersten (und einzigen) Weihnachtstag – und dann ist das Fest auch leider schon wieder vorbei.
Ostern sehr ähnlich: Ostereier und Osterhasen für die Kleinen, Hefekuchen – diesmal heißt er „Folar“ und ist mit gekochten, ungepellten Eiern bestückt – für die Familie. Einen Tag frei und dann zurück an die Arbeit.
Das ist vielleicht aus Sicht der Portugiesen der schmerzlichste
Unterschied zu ihren nordeuropäischen Brüdern: der fehlende zweite, freie Feiertag.
Unterhaltsames aus der Algarve geschrieben von der Autorin Vera Henkel, welche seit vielen Jahren an der Algarve lebt und schreibt.
